VISION
Bezeichnet eine Vorstellung vor unserem inneren Auge.
Die Konstruktion der Wirklichkeit:
Vision als inneres Bild
Eine Vision ist weit mehr als nur ein optischer Reiz; sie ist die Vorstellung vor unserem „inneren Auge“. Während unsere physischen Augen Licht lediglich wie eine Kamera als Rohdaten erfassen, ist es unser Gehirn, das diese Daten in sinnvolle Informationen übersetzt. Was wir letztlich „sehen“, ist also bereits das Resultat einer komplexen Interpretation.
Dieser Prozess wird maßgeblich durch unser individuelles neuronales Netzwerk gesteuert, das wir seit der Kindheit durch Erfahrungen, Interessen und kulturelle Prägung trainieren. Da kein Gehirn dem anderen gleicht, unterscheidet sich auch unsere Wahrnehmung fundamental: Wo die eine Person sofort einen Vogel im Geäst erkennt, bleibt derselbe Bildausschnitt für eine andere verborgen – selbst wenn man sie darauf hinweist.
Wir sehen die Welt nicht, wie sie objektiv ist, sondern wie wir durch unsere kognitiven Fähigkeiten und Erfahrungen geprägt sind. In jedem Moment erschaffen wir so eine individuelle Vorstellung von Wirklichkeit in unserem Inneren. Dieser unaufhörliche Fluss an Vorstellungen führt dazu, dass wir Menschen nicht in einer einzigen, identischen Welt leben, sondern jeder in seiner eigenen.
Vision ist somit der aktive Prozess, durch den wir unsere eigene Wirklichkeit erzeugen.